Im 18. Jahrhundert, im Zeitalter der Aufklärung entwickelte sich ein neues Selbstbewusstsein des Bürgertums. Damit verknüpft waren die gestiegene Lesefähigkeit bzw. das wachsende Lesebedürfnis, die den Buchmarkt der Zeit gravierend beeinflussten. Die Buchproduktion vervielfachte sich, Verlagswesen und Buchhandel nahmen immensen Aufschwung und wurden zu einem wichtigen Wirtschaftszweig. Neue Berufe, neue Handwerke entstanden, die Trennung zwischen den Berufen des Verlegers und Buchhändlers bildete sich heraus. Doch auch die Praxis des Nach- bzw. Raubdruckes blühte in dieser Zeit und berührte die Schriftsteller des 18. Jahrhunderts, so auch Gleim. Das äußere Erscheinungsbild der Bücher erfuhr, bedingt durch höhere Auflagen und Verwendung anderer Materialien und Gestaltungstechniken, eine Veränderung. Die Ausstellung soll den Weg des Buches von seiner Herstellung bis in die Hand des Lesers im Wandel des 18. Jahrhunderts aufzeigen. Dabei werden neben Exponaten aus den Sammlungen des Gleimhauses auch Werkzeuge und Gerätschaften des Buchbinderhandwerks präsentiert, die der Besucher selbst in die Hand nehmen und ausprobieren kann.
Im Neubau des Gleimhauses präsentiert sich anschließend die Sonderausstellung "Bücherbeute(l)". Tragetaschen und Tüten zum Thema Buch, witzig, originell oder auch kunstvoll gestaltet, werden hier zu sehen sein.
Die Ausstellung ist eingebettet in die Landesinitiative "Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert", die sich 2007 dem Thema "Lesewelten-Historische Bibliotheken" widmet. Sie wird anlässlich des ersten "Hofabends bei Gleim" in diesem Jahr am 21.6.2007 um 19:30 Uhr eröffnet.