Sonderausstellung: Ludwig Buchhorn (1770-1856) - "ein trefflicher Zeichner"

Vor 150 Jahren, am 13.11.1856, verstarb in Berlin der Zeichner, Maler und Graphiker Ludwig Buchhorn nach einem langen, erfüllten Künstlerleben.

Der gebürtige Halberstädter Buchhorn begab sich schon in jungen Jahren nach Berlin zur Ausbildung an der Königlichen Akademie der Künste. 1789 war er erstmals mit einer Schülerarbeit auf der Akademie-Ausstellung vertreten. Wirtschaftlich scheint er es nicht leicht gehabt zu haben, bat er doch 1790 die Akademie um Unterstützung und erhielt durch Johann Wilhelm Ludwig Gleims Vermittlung auch vom Halberstädter Domstift jährlich eine kleine Summe. Um so bemerkenswerter ist die spätere Karriere des Künstlers: Nach einigen Jahren der Mitarbeit an der Chalkographischen Gesellschaft in Dessau, einem der fortschrittlichsten Unternehmen auf dem Graphikmarkt der Zeit, wandte er sich nach Leipzig, um 1806 schließlich nach Berlin zurückzukehren. 1811 wurde er ordentliches Mitglied der Akademie, 1814 erfolgte nicht nur die Anstellung als Professor, sondern auch die Berufung in den Senat. 1824 übernahm er die Direktion der Akademischen Kupferstecherschule als Nachfolger seines einstigen Lehrers Daniel Berger. Durch die Mitwirkung im 1814 gegründeten Berlinischen Künstler-Verein wurde sein Kontakt zu den führenden Künstlern der Zeit, allen voran Johann Gottfried Schadow, noch enger.

Buchorn arbeitete nahezu in allen graphischen Techniken, wobei innerhalb seines Werkes das Porträt nach eigenen oder fremden Vorzeichnungen einen Schwerpunkt bildete. Im Bestand des Gleimhauses befinden sich über 70 Werke des Künstler, die alle Facetten seines Schaffens belegen, darunter wertvolle Originalzeichnungen mit dem Bildnis Gleims und anderer Persönlichkeiten der Domstadt. Ergänzt wird die Schau durch einige Blätter aus der Sammlung des Städtischen Museums, u. a. eine der ältesten aquarellierten Ansichten der Burg Falkenstein.

Dr. Doris Schumacher
Gleimhaus
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