Das Gleimhaus in Halberstadt, eines der ältesten deutschen Literaturmuseen, präsentiert neue ständige Ausstellung |
Der "Freundschaftstempel" des Dichters und Sammlers Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719-1803) war im 18. Jahrhundert einer der herausragenden Orte kultureller Geselligkeit in Mitteldeutschland und ist nun in neuer Präsentation zu erleben. Das Gleimhaus zeigt bislang nicht dauerhaft präsentierte Sammlungsobjekte - u.a. Gemälde von Adam Friedrich Oeser und Anton Graff, Bücher von Dichtern aus dem großen Freundeskreis Gleims sowie Handschriften der literarischen Geselligkeitskultur im ausgehenden 18. Jahrhundert, aber auch persönliche Andenken wie einen Spazierstock, den der preußische General von Ziethen Gleim schenkte, einen Hut des Dichters Klopstock und einen Gedenkring auf Friedrich II. Die Ausstellung nach einer neuen inhaltlichen Konzeption orientiert sich an aktuellen Forschungsergebnissen sowie einer neuen Gestaltung. Ausgehend vom Gleimhaus in Halberstadt wird außerdem auf zahlreiche andere bedeutende kulturelle Einrichtungen zum 18. Jahrhundert in Sachsen-Anhalt verwiesen. Das Gleimhaus leitet die Landesiniative "Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert". Die neue Ausstellung wurde maßgeblich durch das Land Sachsen-Anhalt gefördert.
Gleims Wohnhaus am Halberstädter Domplatz war im 18. Jahrhundert eine wichtige Adresse im literarischen Leben: Lessing, Klopstock, Herder, ´die Karschin´, Voß, Jean Paul, Gottfried August Bürger, Seume, Heinrich von Kleist - sie alle besuchten Gleim und sahen seine Sammlungen. Einmalig ist das Sammlungsprofil von Bildern, Büchern und Briefen. Hier befindet sich die größte erhaltene Porträtsammlung von Dichtern und bedeutenden Zeitgenossen des 18. Jahrhundert. Bei der Handschriftensammlung und der Bibliothek handelt es sich um das erste deutsche Literaturarchiv. Die Sammlungen Gleims stellen zudem den größten erhaltenen Dichternachlass des 18. Jahrhunderts am historischen Ort dar.
Die neue Ausstellung unterstreicht die wichtige Rolle des mittel- und norddeutschen Raumes für die explosive Kulturentwicklung im 18. Jahrhundert. Gleim nahm hier eine zentrale Rolle ein. Die kommunikativen Fäden der "Gelehrtenrepublik" Deutschlands liefen unter anderem in seinem Haus in Halberstadt zusammen. Mit über 500 Personen stand Gleim im freundschaftlichen Kontakt. Die neue ständige Ausstellung wurde am 30. Januar 2005 im Gleimhaus eröffnet. |
| Dr. Ute Pott | |
| Gleimhaus | |
| Literaturmuseum und Forschungsstätte | Tel. 03941/6871-0 |
| Domplatz 31 | Fax 03941/6871-40 |
| 38820 Halberstadt | E-Mail gleimhaus@halberstadt.de |