Pressestimmen zur Sonderausstellung

"Das Jahrhundert der Freundschaft Johann Wilhelm Ludwig Gleim und seine Zeitgenossen"

Johann Wilhelm Ludwig Gleim etablierte sich als Kontaktbereichsbeamter der literarischen Aufklärung im nord- und mitteldeutschen Raum. Das finanzielle und beziehungstechnische Fördern von Autoren betrieb er in solcher Breite und Effizienz, dass von einer Agentur Gleim zu sprechen nicht übertrieben ist. […] Präsentiert wird die Idee und Praxis der Freundschaft von der Antike an, immer wieder kurzgeschlossen mit dem Leben Gleims und seiner zupackenden Kontaktpflege".
(Chr. Eger in: Mitteldeutsche Zeitung v. 13. Februar 2004)

"Wir betrachten im Gleimhaus eine Zeit, da der Bürger, ob nun noch im Schäferkostüm oder schon in Werthers blauem Rock, das aristokratische Privileg der Gefühlsausübung gerade erst für sich entdeckt. […] Das Prinzip Freundschaft […] war vor allem, und das macht diese helle, reiche Ausstellung deutlich, private Öffentlichkeit herzustellen und jenseits der Günstlingswirtschaft der Höfe und Höfchen Gesellschaft zu bilden […]"
(B. Erenz in: Die Zeit v. 26. Februar 2004)

"[...] in einer großen Ausstellung (der größten sogar, die diese Räume je beherbergten) […]. Hier […] kann man das "Jahrhundert der Freundschaft", das er [Gleim] so unverkennbar geprägt hat, staunend durchwandern. Zu sehen ist unter den Büchern, Gemälden, Briefen und Freundschaftsgeschenken manches, was Ute Pott und Doris Schumacher […] in den Museen aufspürten.
(K. Bellin in: Neues Deutschland v. 4. März 2004)

"In einer lichten, behutsam komponierten, an kleinen Überraschungen reichen Ausstellung vergegenwärtigt das Gleimhaus nun den Freundschaftskult der Aufklärung. […] ‚Freundschaft' meint in der Mitte des 18. Jahrhunderts mehr als Küsse und Briefergüsse. […] bezeichnet ein neues Sozialverhalten […] ein Zwiegespräch der Seelen, ein unmittelbares Einssein. […] Man wird im Gleimhaus Zeuge der Emphase, mit der literarische Topoi, Sprüche und Verhaltensmuster ins alltägliche Leben einwanderten."
(J. Bisky in: Süddeutsche Zeitung v. 23. März 2004)