"Wir betrachten im Gleimhaus eine Zeit, da der Bürger, ob nun noch im Schäferkostüm oder schon in
Werthers blauem Rock, das aristokratische Privileg der Gefühlsausübung gerade erst für sich entdeckt.
[…] Das Prinzip Freundschaft […] war vor allem, und das macht diese helle, reiche Ausstellung
deutlich, private Öffentlichkeit herzustellen und jenseits der Günstlingswirtschaft der Höfe und
Höfchen Gesellschaft zu bilden […]"
(B. Erenz in: Die Zeit v. 26. Februar 2004)
"[...] in einer großen Ausstellung (der größten sogar, die diese Räume je beherbergten) […].
Hier […] kann man das "Jahrhundert der Freundschaft", das er [Gleim] so unverkennbar geprägt hat,
staunend durchwandern. Zu sehen ist unter den Büchern, Gemälden, Briefen und Freundschaftsgeschenken
manches, was Ute Pott und Doris Schumacher […] in den Museen aufspürten.
(K. Bellin in: Neues Deutschland v. 4. März 2004)
"In einer lichten, behutsam komponierten, an kleinen Überraschungen reichen Ausstellung
vergegenwärtigt das Gleimhaus nun den Freundschaftskult der Aufklärung. […] ‚Freundschaft'
meint in der Mitte des 18. Jahrhunderts mehr als Küsse und Briefergüsse. […] bezeichnet ein
neues Sozialverhalten […] ein Zwiegespräch der Seelen, ein unmittelbares Einssein. […]
Man wird im Gleimhaus Zeuge der Emphase, mit der literarische Topoi, Sprüche und Verhaltensmuster
ins alltägliche Leben einwanderten."
(J. Bisky in: Süddeutsche Zeitung v. 23. März 2004)