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Ludwig Buchhorn, Bettler mit Hand am Hut, Aquatinta, um 1804, Gleimhaus


„… ein rühmlich bekannter Kupferstecher“. Ludwig Buchhorn (1770-1856) – Halberstadt, Dessau, Berlin

09.05.2021 - 08.08.2021

Der Kupferstecher und Zeichner Ludwig Buchhorn wurde vor 251 Jahren in Halberstadt geboren. Das Gleimhaus in Halberstadt widmet ihm vom 9. Mai bis zum 8. August 2021 eine breit angelegte Sonderausstellung, in der erstmals Hauptwerke aus allen Bereichen seines Schaffens präsentiert werden.
Buchhorn zählt zu den bedeutendsten Künstlern, die im 18./19. Jahrhundert aus dem Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt kamen bzw. hier tätig waren.
Die Ausstellung stellt Buchhorn als feinfühligen Porträtisten mit Sinn für die Eigentümlichkeiten seiner Porträtgestalten, als flotten Zeichner und als Druckgrafiker von bemerkenswerter Vielseitigkeit und Virtuosität vor. Breiten Raum nimmt auch das Lebensthema des Künstlers, die Darstellung von Bettlerkindern ein. Sein Werk spiegelt eine ereignisreiche Zeit tiefgreifender Umbrüche. Über 100 Zeichnungen, Grafiken und ein Gemälde Buchhorns werden in der Sonderausstellung versammelt sein, davon 30 Leihgaben von Museen und privaten Sammlungen in Berlin, Dessau, Magdeburg, Nürnberg und Köln. So steuert die Berliner Gemäldegalerie ein Freundschaftsporträt von der Hand Adolph Schöners bei, der auch Gleim porträtierte und viel für dessen Freundschaftstempel malte; es zeigt Buchhorn in jungen Jahren und ist wohl in Halberstadt entstanden. Die Anna-Amalia-Bibliothek-Weimar stellt ein Stammbuch zur Verfügung, das Ausstellungskuratorin Dr. Iris Berndt als Stammbuch Buchhorns identifizieren konnte.
Auf die Vermittlung des Dichters, Domsekretärs und Netzwerkers Johann Wilhelm Ludwig Gleim bezog Buchhorn ein Stipendium des Halberstädter Domstifts, das ihm das Studium an der Berliner Kunstakademie ermöglichte. Nach seiner Ausbildung
und Jahren an dem anspruchsvollen Dessauer Kunstverlag „Calcographische Gesellschaft“ gelang ihm eine glänzende Karriere an der Berliner Kunstakademie. Zunächst wurde er Professor, später übernahm er die Leitung der Kupferstecherschule innerhalb der Akademie und führte sie zur Blüte. Seiner Vaterstadt hielt er zeitlebens die Treue, porträtierte Halberstädter und vermachte dem Magistrat eine umfangreiche Stiftung zur Unterstützung von angehenden Künstlern.
In Halberstadt wurde nach ihm zwar eine Straße benannt, er ist aber weitgehend unbekannt geblieben. Die Präsentation lädt zur Entdeckung des Künstlers ein. Zur Ausstellung erscheint ein gleichnamiges Begleitbuch mit Werkverzeichnis, herausgegeben von Iris Berndt. Weitere Präsentationen und Vorträge dazu sind in Berlin und Halberstadt geplant.
Die Ausstellung wurde gefördert vom Land Sachsen-Anhalt und wird gezeigt in Kooperation mit dem Stadtmuseum Berlin.

Begleitend erscheint eine erste monographische Publikation über Ludwig Buchhorn mit einem Verzeichnis seiner Werke.
Die Ausstellung wird kuratiert von Dr. Iris Berndt.

Ludwig Buchhorn, Burg Falkenstein, 1795, Federzeichnung, Städtisches Museum Halberstadt
Ludwig Buchhorn nach Gottfried Schadow, Die Fechtstunde, 1814, Aquatinta, Städtisches Museum Halberstadt
Ludwig Buchhorn, David Claus als lesender Hirte vor der Ansicht von Halberstadt, 1796, Gleimhaus



Ludwig Buchhorn, Junge Frau mit aufgestecktem Haar, evtl. Salome Haldenwang, 1804, farbige Kreide, Privatbesitz Köln
Ludwig Buchhorn nach Angelika Kauffmann, Amor und Psyche, Kupferstich, um 1802


Die Ausstellung wird gefördert vom Land Sachsen-Anhalt. 

In Kooperation mit dem Stadtmuseum Berlin


Zur Ausstellung erscheint der Band „… ein rühmlich bekannter Kupferstecher“  Ludwig Buchhorn (1770-1856) – Halberstadt, Dessau, Berlin. Im Auftrag des Gleimhauses herausgegeben von Iris Berndt. Halle: Mitteldeutscher Verlag 2020