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Anna Louisa Karsch

Anna Louisa Karsch (1722-1791) ist eine der faszinierendsten Autorinnen des 18. Jahrhunderts, die ein umfangreiches literarisches und briefliches Werk hinterlassen hat. Die Ausstellung (9. Oktober 2022 - 16. April 2023) weist zum einen auf das Aufsehen erregende Leben der Dichterin hin und macht deutlich, dass sich Karsch von Hindernissen nicht abschrecken ließ. Die Ausstellung stellt zum anderen das Werk der Dichterin im Kontext der Literaturgeschichte der Zeit vor und beleuchtet hierbei zugleich die Situation von schreibenden Frauen im 18. Jahrhundert. Auch soll das Wirken der Dichterin über den Tod hinaus in den Blick genommen werden; hierzu zählt die weibliche Dichter-Genealogie, die durch Karsch begründet wurde und über die Tochter Caroline Luise von Klencke zur Enkelin Helmina von Chézy führt.

Der Titel „Plötzlich Poetin !?“ greift das Phänomen überraschenden Ruhms Karschs auf (‚Entdeckung‘ im literarischen Leben Berlins 1761-1762), wirft  aber auch neue Fragen zur Vorgeschichte und zu den späteren Jahren auf und stellt damit übliche Erzählungen zu Leben und Werk der Dichterin infrage, bei denen das Hauptaugenmerk lediglich auf den ersten Erfolgsjahren in Berlin (und Magdeburg) liegt. Das Projekt Karsch300 wird durch das Land Sachsen-Anhalt gefördert.