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Gleims Bücher. Poesie-Performance mit André Eisermann

André Eisermann als Gleim (Foto: Pangolin Park)



Spukt es im Dichterhaus?

Aus der Ferne könnte man es für einen Spuk halten. Nach Einbruch der Dämmerung geht eine Gestalt im dunklen Foyer des Gleimhauses um. Nur die Bibliothek im Hintergrund ist schwach beleuchtet.


Literaturvermittlung durchdringt Museumsmauern

Die breite Glasfassade des Literaturmuseums schafft am Tage Transparenz und öffnet das Haus den Blicken der Passanten. Das Gleimhaus nutzt die Durchlässigkeit dieser Fensterfront nun für die Vermittlung der literarischen Hits des 18. Jahrhunderts und dringt durch die Museumsmauern in den Stadtraum. Zugleich ermöglicht es Kulturgenuss außerhalb der Museumsöffnungszeiten. Dunkelheit ist sogar die unbedingte Voraussetzung für die Erscheinung des Poeten, der nur aus Licht besteht. Es ist Gleim, der aus Büchern seiner Bibliothek rezitiert.


Literaturstars und erlebbare Aufklärung

Der Besucher kann die Titelauswahl mittels seines Smartphones steuern. Texte von Goethe, Schiller, Lessing, Klopstock, Herder, Wieland, Karsch, Kant und vielen anderen – die meisten von ihnen mit Gleim befreundet – stehen zur Auswahl. Und selbstverständlich sind auch Gedichte Gleims selbst abzurufen.

Johann Wilhelm Ludwig Gleim war einer der meistgelesenen Dichter seiner Generation. Außerdem dokumentierte er mit seiner Bibliothek, seinem Handschriftenarchiv und seiner Porträtgalerie die bedeutende Entwicklung der Literatur im Zeitalter der Aufklärung. Beides ist in der Videoinstallation für den Besucher erlebbar: Gleim als Dichter sowie die Literaturblüte der Gleim-Zeit.

 

André Eisermann ist Gleim

In der Rolle des Poeten Gleim ist der Charakterdarsteller André Eisermann zu erleben, den Cineasten unter anderem als Kaspar Hauser und in der Hauptrolle von „Schlafes Bruder“ kennengelernt haben. In jüngerer Zeit hat sich Eisermann mit einem Programm zu Goethes „Werther“ auch als Literaturinterpret einen Namen gemacht. Charaktervoll ist nun auch Eisermanns „Gleim“.

Wenn alles andere schon geschlossen hat und schläft – Gleim-Eisermann schmökert und performt noch. Die Installation lädt Halberstädter und Gäste der Stadt beim abendlichen Spaziergang zu einer Poesiepause beim ohnehin poetisch hinter dem Halberstädter Dom gelegenen Gleimhaus ein, einem der ältesten Dichtermuseen Deutschlands, das den Geist mit allen möglichen Mitteln lebendig erhält.

Zur Preview und Freischaltung der Videoinstallation am 15. Oktober wird André Eisermann als Gleim auftreten und Kostproben des Programms geben.

 

Interaktiv

Interaktiv jeden Tag von Einbruch der Dunkelheit bis in die Nacht. Steuerung per Smartphone.

 

„Gleims Bücher“ ist ein Projekt des Gleimhauses, realisiert in Zusammenarbeit mit Pangolin Park (Berlin), und 2021 gefördert im Rahmen von „Neustart Kultur“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutschen Literaturfonds, bewilligt durch die ALG.